Grappa di Nebbiolo 1500ML - 40%.
Grappa aus dem Nebbiolotrester des Roerogebiets. Der hieraus gebrannte Grappa wird in Stahlfässern ausgebaut. In der Farbe hell und kristallklar, das Bukett nach weitgefächerter Blume, sehr sortentypisch und duftbetont. Im Geschmack harmonisch, voll und kräftig, sehr intensiv, mit gefälligen Holznoten, langer Abgang.
Grappa: eine der edelsten Spirituosen
Grappa ist nicht gleich Grappa! Vor geraumer Zeit sprach man bei Grappa noch von "Verdauungsschnaps" oder sogar "Rachenputzer". Heute gehärt dieses Edel-Destillat zu den beliebtesten in der Welt, vorausgesetzt man trinkt den richtigen Grappa. Huldvoll spricht man heute von "der" Grappa und bescheinigt ihr nicht nur ein beachtliches Image, sondern auch eher weibliche Eigenschaften wie sanft, charaktervoll, rund und am besten noch nicht zu alt.
Einige wenige qualitätsbewusste Brenner bemühen sich, eine Grappa herzustellen, die zu den nobelsten Destillaten gehören. Es gehört viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl dazu, aus den Pressrückständen der Weintrauben ein aussergewöhnliches Produkt zu erzeugen. Es fängt an bei der Traubenauswahl. Weisswein-Trester zum Beispiel enthält kaum Alkohol, er muss erst noch gären, Rotwein-Trester enthält bereits mehr Alkohol. Bei der Gärung können sich leicht üble Mikroorganismen breitmachen und den Trester verderben. Deshalb muss dieser rasch verarbeitet werden. Um einen charaktervollen Grappa zu gewinnen, ist es wichtig, sortenreine Grappe zu produzieren, also nur von einer Rebsorte und noch besser- von einem Winzer. Leider wird dies nur sehr selten angeboten. Ebenso wichtig wie die Sortenreinheit ist die Stärke der Pressung. Werden die Trauben bis zum letzten Tropfen ausgequetscht, so wird nicht nur der Wein dünn, sondern auch das Destillat. So sind die Pressrückstände der Winzer, die den besten Wein herstellen, auch die besten für die Grappaerzeugung. Als nächster wichtiger Faktor für die Qualität steht der Brennvorgang. Wird zum Beispiel direkt unter dem Tresterbrei Feuer entfacht, so bilden sich Krusten und der Grappa schmeckt hart und brenzlig. Zwei Methoden haben sich eingebürgert, um dies zu verhindern: einmal das Erhitzen in der Bagnomaria, einem Wasserbad, bei der zweiten wird mit Wasserdampf selbst erwärmt. Bei beiden Methoden ist es nicht nur der Alkohol, der die Destillationsanlage verlässt. Es sind gerade die Begleitstoffe, die den Charakter einer Grappa ausmachen. Die Kunst des Brennens liegt darin, die giftigen Stoffe (Methylalkohol) sich verflüchtigen zu lassen (dies nennt man: den Kopf abschneiden) und gleichzeitig die gewünschten Aromastoffe zu behalten. Auch an dem "Schwanz" (entsteht durch die Verdunstung des Wassers bei 100 Grad) ist ein guter Brenner nicht interessiert. Zwischen Kopf (testa) und Schwanz (coda) liegt das Herz (cuore) und dies macht die Güte eines Grappa aus. Beim Brennvorgang erhält man ein Destillat von 60 bis 80 % reinen Alkohol, welches durch Zusatz von Wasser auf Trinkstärke (40 bis 47 %) verdünnt wird.